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Thorsten Leibenath zur Saison 25/26 und 15 Jahren Ulm
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Thorsten Leibenath schaut zurück auf die Saison 2025/26, vom Nachwuchs über den EuroCup bis zur Bundesliga. Er gibt Einblicke, was bei der Kaderzusammenstellung die Herausforderungen waren, schaut auf die Entwicklung der jungen Spieler und erklärt, wie der Übergang zum FC Bayern Basketball funktioniert. Zum Abschluss gibt es noch einen kleinen Blick zurück auf 15 Jahre Ulm.
For 10 years after the playoff spiel given Oldenburg, in which Per Günter 35 Punkte gemacht, had I zum asken mal the freude with Thorsten Levin had an interview to feel. Ten years later sit in the here on Orange Campus. It's very gone. We sit in the last week, I think, as Sportdirektor bei Radzuform.
SPEAKER_03Es freut mich sehr. Dankeschön.
SPEAKER_02Lassen Sie uns vielleicht einsteigen mit einem ganz klassischen Blick auf die Saison. Die U14, die JBWL, die NBWL, die ProB, alle sind Vizemeister geworden. Jetzt kann man drauf schauen und sagen, Mensch, das Töpfelchen auf dem i wäre wahrscheinlich die Meisterschaft gewesen. Nichtsdestotrotz ein fantastischer Erfolg für die ganze Organisation, dass da die Mannschaften so stark waren, auch wenn vielleicht das letzte Spiel jeweils gefehlt hat. Oder wie schauen Sie da drauf? Wir sehen das ganz genau so.
SPEAKER_03Also es ist natürlich dann schön, wenn man sich diesen finalen Lohn abholen kann, wenn man dann auch einen Titel feiern kann. Das ist den Mannschaften nicht gelungen, aber die Tatsache, dass wir in so vielen verschiedenen, auf so vielen verschiedenen Leveln ganz vorne dabei waren, das zeigt relativ deutlich, dass hier wirklich nachhaltig gute Nachwuchsarbeit betrieben wird.
SPEAKER_02Wenn wir den Blick dann auf die Bundesligamannschaft richten, da war im Eurocup nach der Vorrunde relativ knapp Schluss, also die Playoffs knapp verpasst. In der Bundesliga selbst gab es drei auch mehr oder weniger knappe Spiele, aber letzten Endes dann doch ein 0 zu 3 in der ersten Play-off-Runde. Wie schauen Sie auf diese Saison?
SPEAKER_03Ich glaube, es war eine Saison mit vielen Höhen und auch einigen Tiefen. Wir haben es insgesamt in beiden Wettbewerben nicht geschafft, eine Konstanz an den Tag zu legen, die dann für mehr gereicht hätte. Also im Eurocup, glaube ich, haben wir mit einem starken Wettbewerb in einem starken Wettbewerb mitgespielt, sind dann letzten Endes am direkten Vergleich auch gescheitert, haben ein, zwei Highniederlagen kassiert, die dann retrospektiv der Neckbreaker waren, hatten aber auch auswärts ein, zwei erfolgreiche Partien, wo wir für Four sorgen konnten. Und im Eurocup ist es jetzt auch keine Schande, wenn man da nicht die weiteren Play-off-Spiele erreicht. Trotzdem haben wir es in der Vergangenheit öfter geschafft, diesmal nicht. Und ich glaube, die etwas unkonstanten Leistungen gerade zu Hause waren ausschlaggebend. Die sind aber auch in eine Zeit gefallen, wo wir verstärkte Verletzungssorgen hatten. Zu einem Zeitpunkt, als Chris Latlum, Tommy Klepreis, Nelson Beidemann ausgefallen sind, da sind einige vermeidbare Niederlagen passiert. In der BBL war es auch insgesamt eine konstante Performance. Wir hatten einen guten Start, dann gab es eine Schwächephase, dann haben wir uns stabilisieren können, auch als die verletzten Spieler wieder zurückkamen und haben gerade so im März richtig guten Basketball gespielt. Leider, um dann doch nochmal wieder eine zweite Schwächephase durchlaufen zu müssen. Kurz vor den Playoffs haben wir nicht unsere besten Basketball spielen können. Deswegen war ich froh, als ich die Playoff-Leistungen insgesamt gesehen habe. Das waren spielerisch deutlich verbesserte Leistungen, die aber dann, so ehrlich muss man sein, nicht gereicht haben, um Bamberg den Zahn zu ziehen. Das waren alle drei Partien von uns insgesamt überwiegend gute Performances, aber keine sehr gooden Performances, die nötig gewesen weren, um gegen Bamberg erfolgreich zu sein.
SPEAKER_02In beiden Wettbewerben viel auf die Konstanz abgehoben. When Sie so, ich habe Ihre Hauptverantwortung ja im Bereich der Zusammenstellung der Mannschaft haben. Gibt es da irgendwas, wo Sie sagen würden, okay, hätte ich das vor der Saison gewusst, hätte ich vielleicht hier oder dort noch einen anderen Schwerpunkt gesetzt?
SPEAKER_03Naja, es war ja auch ein bisschen Bewegung im Roster drin, diese Saison. Zunächst einmal mussten wir einige Abgänge letzten Sommer akzeptieren und das machen wir ja grundsätzlich mehr mit einem lachenden Auge als einem weinenden Auge. Aber der ein oder andere Abgang kam dann doch überraschend, vor allen Dingen der Abgang von Marcio Santos. Und wenn man dann schaut, wie wir die Mannschaft zusammengestellt haben, haben wir auf der Position dann mit Malik Osborne und dann im weiteren Verlauf der Saison Joel Soriano? Joel Soriano, danke schön für die Hilfe. Haben wir da ja wirklich auch Probleme gehabt. Also uns ist es nicht so gelungen, wie wir uns das erhofft hatten oder wie ich mir das erhofft hatte, den Abgang von Marcio zu kompensieren. Das ist so der erste Punkt, den ich rückblickend erwähnen würde. Dann hatten wir die Situation, dass wir mit Bryce Brown einen Spieler hatten, der tatsächlich nicht funktioniert hat und auch das geht natürlich auf meine Kappe. Wir haben uns letzten Endes von ihm so einen Spielertypus versprochen, irgendwo zwischen Plummer und Jessup, der überstarke Scoring-Qualitäten besitzt, aber auch in der Lage ist, seine Mitspieler in Szene zu setzen, gute 1 gegen 1-Qualitäten und so der Scorer der Mannschaft ist. Diese Rolle konnte er dann letzten Endes nicht ausfüllen, obwohl er das bei vorangegangenen Stationen ganz gut gemacht hat. So dass wir uns dann dazu entschieden haben, die Strategie doch nochmal zu ändern. Wir haben an seiner Stelle quasi Tommy Calpeist verpflichtet. Dann hat sich Len Schauman dazu entschieden, den Verein verlassen zu wollen und wir haben an dessen Stelle Justin Simon verpflichtet. Rückwirkend kann man sagen, ja, Justin Simon ist der Bryce Brown-Ersatz gewesen und Tommy der Len Schaumann Ersatz. Aber dadurch hat sich die Architektur dieser Mannschaft natürlich auch ein bisschen verändert. Was wir insgesamt nicht geschafft haben bei der Kader-Zusammenstellung, so viel Schlagkraft von der Drei-Punkte-Linie zu entwickeln, wie wir das letzte Saison getan haben. Das haben wir in besonderen Maße letztes Jahr durch Spieler wie Justine and Jessup und Alfonso Plammer geschafft. Und ich glaube, es ist legitim zu sagen, dass das einer der Gründe war, warum wir auch im Bereich der Konstanz dieses Jahr ein Stück weit geschwächelt haben.
SPEAKER_02Jetzt geht es in Ulm ja auch immer um die Entwicklung der jungen Spieler. Da gibt es ein paar, die, finde ich, herausragende Entwicklungen gemacht haben, ein paar, die aber vielleicht auch ein bisschen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Oder in Hoffnungen, Erwartungen ist dann so junge Spieler immer schwieriger, aber vielleicht hinter den Hoffnungen zurückgeblieben sind. Wie schauen Sie da drauf? Wie haben sich die Jungen aus Ihrer Sicht im Bundesligakader entwickelt?
SPEAKER_03Wir haben ja eine ganze Menge. Also jetzt fangen wir mit den älteren Jungen an. In anderen Vereinen würden die wirklich noch als Junge durchgehen. Alec Anik Barter, Tobias Jensen, beide haben sich aus meiner Sicht toll entwickelt. Ich glaube, da können wir absolut zufrieden sein, was sie diese Saison gezeigt haben. Wobei man auch fairerweise sagen muss, bei Tobias Jensen war die erste Hälfte der Saison wirklich absolut phänomenal und danach hat sich so ein bisschen, sag ich mal, der Effekt eingestellt, dass Gegner sich mehr auf ihn konzentriert haben und er nicht mehr ganz an diese Leistung aus der ersten Hälfte heranreichen konnte. Alec Anek Barter hat eine umgekehrte Entwicklung durchgemacht. Am Anfang kam er noch nicht so zum Zuge, hatte noch nicht die Rolle gefunden, wurde aber im Verlauf der Saison immer stärker und war dann auch ein nicht mehr wegzudenkender Faktor im Spiel. Dann, denke ich, macht es Sinn auf die ausländischen Youngsters zu schauen. Da haben wir Diego Garavaglia, Mohammed Iakiteh und auch Mais A Fay. Diego hatte gegen Ende insgesamt etwas weniger Spielanteile. Ich glaube, er ist ein Stück weit auch Opfer der Tatsache geworden, dass wir in Kader mehr und mehr Scoring benötigt haben, dass das eine unserer Schwächen war. Wir waren ja defensiv eine wirklich starke Mannschaft über den Saisonverlauf hesehen. Nach dem Defensive Rating die zweitbeste in der BWL. Aber wir haben offensiv immer wieder Schwächen an den Tag gelegt und er war ein Stück weit Opfer dieser Tatsache, dass wir dann ihm insgesamt etwas weniger Spielanteile geben konnten, weil mehr Scoring benötigt worden ist und das jetzt nicht so seine klassische Stärke ist. Mohamed Diakite ist so ein bisschen auch in der Entwicklung, oder da hat man sich möglicherweise auch mehr versprechen können. Es ist dann irgendwann auf einen Zweikampf zwischen ihm und Anek Barter hinausgelaufen, wer dann die Spielanteile als Stretch Foreman bekommt. Und Alec hatte da einfach die, würde ich sagen, reifere Anlage. Das ist wahrscheinlich auch der Tatsache geschuldet, weil er schon mehr Erfahrung auf dem Niveau in den vergangenen Jahren gesammelt hat. Und deswegen konnte man Mo auch nicht so oft auf dem Spielfeld sehen. Bei beiden, glaube ich, kann man sagen, ja, Entwicklung nicht schlecht, aber vielleicht hat sich der eine oder andere mehr erwartet. Ich finde, das ist fair, wenn man das jetzt nach der Saison so sagt. Bei Mesa Faye, glaube ich, ist die Entwicklung sehr, sehr positiv. Da war eigentlich der Gedanke, dass er hauptsächlich in der Pro B Erfahrung sammeln soll. Und das hat er getan. Das hat er sehr beeindruckend gemacht, mit seiner Mannschaft auch als einer der Leader das sportliche Aufstiegsrecht erkämpft. Und hat aber auch immer wieder für Akzente bei den Profis setzen können, sorgen können. Und das zum Beispiel beim letzten Eurocup-Spiel, wo klar war, dass wir nicht mehr weiterkommen können. Da hat er 16 Punkte gemacht, wirklich offensiv eine ganz reife Leistung gezeigt. Und ich glaube, auf diesem Weg wird er auch in der kommenden Saison weitermachen. Und dann, glaube ich, ist dann noch die positivste Geschichte insgesamt, das ist Theo Milic, der eigentlich, und das hat mit seiner körperlichen Entwicklung zu tun, in unseren Planungen wirklich eine geringe Rolle für die Profimannschaft eingenommen hatte. Dann aber sowohl in der Probe als auch bei den Profis so starke Leistungen im Training, bei der Probe auch in den Spielen gezeigt hat, dass der Coach einfach gesagt hat, den brauchen wir, den setzen wir jetzt ein. Und das hat er mit guten Leistungen zurückgezahlt. Also ich finde er ist den Erwartungen ganz klar voraus. Und wir freuen uns sehr, dass der hier nächstes Jahr in einer größeren Rolle zu sehen sein wird.
SPEAKER_02Das ist vielleicht auch ein bisschen für die ausländischen Spieler, die Fußstappen, Nunyes Dadier, SNG, das kann natürlich nicht jedes Jahr funktionieren, oder?
SPEAKER_03Ich weiß nicht, ob es das kann oder nicht, aber das ist natürlich ein sehr, sehr hoher Anspruch, wenn man diesen dann hätte. Wir haben in der Vergangenheit auch nie gesagt, ein Spieler hat ein Jahrzehnt, dann soll er bitte im Draft irgendwo relativ weit oben landen. So ist unsere Zielsetzung intern auf jeden Fall nicht. Uns ist auch bewusst, dass Spieler unterschiedliche Entwicklungstempo haben, Tempi haben. Das geht bei dem einen schneller, bei dem anderen dauert es länger. Zum Beispiel Juan Nunis ist auch nicht in den Draft gegangen nach seinem ersten Jahr bei uns, sondern erst im zweiten Jahr. Es ist schön, wenn Spiele aus Ulm gedraftet werden, ist es keine Notwendigkeit. Und es ist auch nicht der Schluss automatisch, dass wenn jemand nicht gedraftet wird, und davon gehe ich zum jetzigen Zeitpunkt aus, dass zum Beispiel die beiden sich auch gar nicht für den Draft anmelden, dann ist es auch nicht automatisch eine Niederlage in der Entwicklung.
SPEAKER_02Jetzt wäre das normalerweise die Entwicklung der Moment, um zur nächsten Saison überzuleiten, aber das funktioniert natürlich dieses Jahr ein bisschen anders. Daher will ich Sie eine andere Frage fragen, nämlich der Übergang zu einem Konkurrenten ist ja was, was man so in der Form, es ist nicht komplett ohne Beispiel, aber doch relativ ungewöhnlich, vor allem auch vorher so kommuniziert worden. Wie funktioniert das jetzt, denke ich, wenn Sie zum Konkurrenten gehen, wenn Sie nicht mehr komplett eingebunden sein in die neue Saison? Auf der anderen Seite wartet jemand, der auch schon weiß, dass seine Karriere in München zu Ende geht, der aber ja doch irgendwie die nächste Saison vorbereiten muss. Wie funktioniert das in der Vorbereitung für die neue Saison für die beiden Vereine mit ihnen als Wechsel zwischen den beiden?
SPEAKER_03Es wird irgendwo einen Zeitpunkt geben. Und zu diesem Zeitpunkt werde ich dann nicht mehr für Ulm arbeiten, sondern nur noch für Bayern und München. In der Tat ist es jetzt so eine Übergangsphase. Ich habe einige Themen, auch was die Mannschaftszusammenstellung angeht, hier in Ulm noch in die Wege geleitet. Jetzt tatsächlich bin ich da aber nahezu nicht mehr involviert. Und gleichzeitig bin ich jetzt mehr und mehr involviert, was die Münchner Kaderplanung angeht, ohne aber komplett schon involviert zu sein, einfach weil wir diesen Wechsel halt noch nicht final durchgeführt haben.
SPEAKER_02Dann würde ich abschließen mit einem ganz kurzen Blick auf 15 Jahre Ulm. Ich könnte Sie jetzt fragen, wer der beste Spieler war, den Sie als Trainer, als Sportdirektor gesehen haben, vielleicht sogar wer Ihnen am liebsten war, aber es ist wahrscheinlich eine etwas seltsame Frage. Von daher würde ich Sie fragen, wer hat Sie am meisten beeindruckt? Welcher Spieler war am beeindrucksten für den Trainer oder auch den Sportdirektor Thorsten Leivernhardt und warum?
SPEAKER_03Das ist eine relativ einfache Antwort, da sage ich natürlich Per Günther. Per ist mir am nachhaltigsten dann auch in der Erinnerung geblieben, weil ich die meiste Zeit mit ihm verbracht habe, weil er aber auch so auf eine besondersere Art und Weise facettenreich ist. Er ist eben nicht nur der Basketballer, sondern er ist auch derjenige, der eine gesellschaftliche Meinung hat. Er ist derjenige, der sportlich über den Tellerrand hinausschaut. Er ist derjenige, der in meinen Augen der Unterhaltsamste ist. Der ist auch derjenige, der sich öfter auch mit mir inhaltlich angelegt hat. Wir hatten durchaus auch unsere Kämpfe. Und auch das bleibt ja in Erinnerung. Per ist durchaus ein streitbarer Charakter. Aber wenn ich einen hervorheben muss, und das mache ich natürlich im positiven Sinne, dann ist es das Pair.
SPEAKER_02Die letzte Frage, was nehmen Sie persönlich mit aus Ulm, aus der Organisation, aus den Pfarreien, aus der Stadt? Gibt es irgendwas, was Sie da rausheben können nach 15 Jahren oder ist die Zeit dann einfach zu lange, um da auf einen Punkt zeigen zu können?
SPEAKER_03Ich glaube, mir würde es jetzt schwerfallen, da einen Punkt rauszunehmen. Es sind zu viele Eindrücke, zu viele positive Eindrücke. Ganz persönlich nehme ich mit, dass das Potenzial von Menschen aus meiner Sicht am meisten dann ausgeschöpft wird, wenn die Verantwortlichen im Hintergrund dieser Person den Rücken stärken. Und dieses Gefühl hatte ich hier die komplette Zeit. Für dieses Rückenstärken bin ich Thomas Stoll und Andreas Oettl extremst dankbar. Sie haben mir dadurch die Möglichkeiten gegeben, die ich hier hatte. Und sie sind dadurch auch der Wegbereiter für das, was Leute dann Karriere nennen. Also den beiden habe ich extrem viel zu bedanken und die Art und Weise, wie sie mich quasi haben machen lassen, wie sie mich gestärkt haben in meinem Tun, dafür bin ich Ihnen unendlich dank.
SPEAKER_02Ich würde sagen, das ist das perfekte Schlusswort. Vielen Dank einmal mehr und ganz viel Erfolg dann in der neuen Saison. Danke sehr.